Tipps für bessere Tierfotos

Tiere fotografieren statt knipsen

Dank moderner Digitalkameras ist das Fotografieren bei der Tierfotografie auch im Hobbybereich ein erschwinglicher Spaß für beinahe jedermann geworden. Dabei helfen nicht nur die digitale Technik, sondern auch die verschiedenen Kameraprogramme – von der manuellen Einstellung bis zur Vollautomatik. Auf dem Markt sind eine Vielzahl Kameras mit zahllosen Qualitätsunterschieden. Doch für den Hausgebrauch muss es keine teure Spiegelreflexkamera sein – auch mit einer digitalen Kleinbildkamera gelingen Schnappschüsse und schöne Tierfotos. Nachteil vieler Kleinbildkameras sind allerdings die langen Auslösezeiten oder Zoomzeiten, die wichtig für Bewegungsaufnahmen sind.
Der Markt bietet vier Kameraklassen, mit denen man unterschiedliche Ergebnisse in der Tierfotografie erzielen kann.

    • Kleine Kompaktkameras
      • Großer Vorteil dieser Klasse ist meist die sehr kompakte Bauweise, was diese Kameras zu idealen täglichen Begleitern macht.
      • Kompakte Kameras zeichnen sich zudem durch meist einfache Bedienung aus. Sie haben jedoch Einschränkungen bei den Einstellmöglichkeiten.
      • Dieser Kameratyp eignet sich meist sehr gut als klassische Familienkamera oder dort, wo verschiedene Personen mit dem Gerät ohne aufwendige Einweisung zurecht kommen sollen, z. B am Arbeitsplatz.
      • Meist verfügen diese Kameras jedoch über einen kleineren Zoom-Bereich (meist 3-fach).
    • Bridge-Kameras
      • Diese Kameras sind in der Regel deutlich größer, verfügen jedoch häufig meist über einen größeren Zoombereich (bis 18-fach [Stand: 2009] – dieser Wert verändert sich von Jahr zu Jahr nach oben).
      • Zum Teil ist ein Blitzschuh für ein externes Blitzgerät vorhanden.
      • Bridge-Kameras bieten z. T. Bedienfunktionen, die sonst nur in SLR-Kameras zu finden sind.
    • SLR-Kameras (SLR steht für single lens reflex / Im deutschen Sprachraum werden diese als Spiegelreflexkameras bezeichnet)
        • Ein stark wachsendes Kameraformat, das Anpassungsfähigkeit und hohe Bildqualität gewährleistet.
        • Verschluss- und Blendenvorwahl gehören in dieser Klasse zur Standardausstattung und bieten somit ein weites Feld an kreativen Möglichkeiten in der Bildgestaltung.
        • Vor allem bei schlechteren Lichtsituationen zeigen sich aufgrund der größeren Sensorformate deutliche Vorteile gegenüber den kompakten Kameramodellen, die aufgrund ihrer kleineren Sensoren häufig zu schlechterem Rauschverhalten neigen.

Systemkameras (Mischkameras zwischen Bridge und SLR)

Zusätzlich zu den klassischen drei Klassen treten neuerdings immer häufiger Mischformen aus Bridgekamera und Spiegelreflexkameras auf, zum Beispiel die E-P1 von Olympus. Die hat zwar keinen Spiegel, wohl aber wechselbare Objektive. Viele Experten glauben, dass diese Bauweise, meist als Systemkamera bezeichnet, langfristig die Bridge- und teilweise auch die Spiegelreflexkameras ersetzen wird, so dass es in Zukunft dann nur noch zwei wichtige Kameraklassen geben könnte: Kompaktkameras und Systemkameras.

Die Hauptrolle an der Digitalkamera spielt auch bei der Tierfotografie die Güte des Objektivs – je hochwertiger, desto besser ist vor allem die Bildschärfe der Tierfotos. Hauptaugenmerk sollte dabei auf die Lichtstärke gelegt werden. Je lichtstärker, desto besser kann man bei schlechterem Licht arbeiten. Der Bildsensor oder CCD-Chip (Charged Coupled Device) ist ein weiteres Herzstück der Digitalkamera. Er ist – um es verkürzt zu sagen – der herkömmliche Film. Der CCD-Chip legt die Kapazität in Pixeln fest. Entgegen einer allgemein verbreiteten Meinung macht aber nicht die höchste Pixelanzahl die beste Bildqualität aus. Oft hat eine Kamera mit weniger Pixeln eine bessere Bildqualität als eine mit deutlich mehr Pixeln.
Grundsätzlich ist zu sagen: Die einzusetzende Technik, die Anzahl der mitzuführenden Geräte, bestehend aus Kameratechnik nebst Zubehör etc. ist abhängig vom Umfang und Art der Tierfotografie. Aufgrund eventuell einzuhaltender Distanz, die man zu manchen Tieren wahren muss (diese kann natürlich auch mit der eigenen Sicherheit zusammenhängen), sind vor allem Teleobjektive notwendig, die zudem noch auf die Größe des Tieres abgestimmt sein müssen. Es macht natürlich einen nicht unbeträchtlichen Unterschied, ob man einen Löwen in freier Wildbahn fotografiert oder ob man Tierfotos von Ameise oder Hund macht.
Erfolgreiche Tierfotografie hat mehrere wesentliche Voraussetzungen:

1. Ausrüstung für die Tierfotografie

Im Allgemeinen empfiehlt sich bei der Tierfotografie im Zoo und auch bei der Haustierfotografie der Einsatz eines lichtstarken Zooms mit einem Brennweitenbereich von etwa 80 bis 200 mm. Bei der Zootierfotografie und auch der Tierfotografie in freier Wildbahn kann auch ein Zoom mit einer Brennweite bis 300 mm oder gar 400 mm angebracht sein, da hier die Distanzen für schöne Tierfotos in weitläufigen Freigehegen und z.B. auf einer Safari um einiges größer sind. Zu beachten ist, dass die Lichtverhältnisse umso besser sein müssen, je größer das Objektiv ist, bzw. das Objektiv mit zunehmender Größe eine immer bessere Lichtstärke haben muss. Ein flexibles Objektiv wie z.B. ein Zoom von 70-200 mm oder 100-400 mm hilft, sich schnell auf wechselnde Bedürfnisse einzustellen.
Lichtstarke Objektive sind bei Tieraufnahmen besonders wichtig, da mit langen Brennweiten fotografiert wird und deshalb die Verwackelungsgefahr besonders hoch ist. Die Blende 2,8 besagt, dass die Blendenöffnung sehr groß ist und deshalb viel Licht auf den Chip gelangt und man folglich mit einer kurzen Belichtungszeit fotografieren kann. Je kürzer also die Zeit ist, desto geringer ist die Verwackelungsgefahr bei den Tierfotos. Ohne lichtstarkes Objektiv stellt man die ISO-Einstellung an der Kamera auf 400 ISO. Dadurch wird der Chip lichtempfindlicher.
In dem Brennweitenbereich von 200-400 mm ist auf jedem Fall ein Stativ zu verwenden, denn schon aufgrund des Gewichts kann bei diesen Brennweiten das Objektiv nicht ruhig gehalten werden und das Tierfoto ist verwackelt. Bei der Haustierfotografie reicht mitunter bereits ein preiswertes Stativ zum Klemmen aus, bei der Tierfotografie im Zoo sollte mindestens ein stabiles Einbeinstativ zum Einsatz kommen. Bei der Wildlife-Fotografie mit größeren Distanzen und langen Teleobjektiven kommt man um ein stabiles Dreibeinstativ nicht mehr herum.
Wenn man bei langen Brennweiten doch aus der Hand – also ohne Stativ – fotografieren will oder muss, verschafft man sich zusätzlichen Halt, indem man die Kamera an einen Zaun oder auf einen Baumstamm auflegt. Ist nichts dergleichen zur Hand kann man sich auch durch hinknien und den linken Ellbogen auf das Knie abstützen, behelfen. Dadurch liegt die Kamera ruhiger in der Hand.
In der Wohnung oder bei ungünstigen Lichtverhältnissen, muss man oftmals den Einsatz künstlicher Lichtquellen für schöne Tierfotos zur Hilfe nehmen. Ein Blitzlicht ist allerdings eher ungeeignet. Zum einen schadet es den tierischen Augen, zum anderen wirft es zu harte Schatten, als dass man eine Aufnahme als gelungen ansehen könnte. Wenn der Blitz überhaupt benutzt wird, dann sollte bei Tierfotografie-Aufnahmen in Innenräumen am Besten die Decke angeblitzt werden. Diese reflektiert das Licht und gibt weiche Schatten. Bei Freilichtaufnahmen kann man sich behelfen, indem man das Blitzlicht nur als Aufhellblitz einsetzt.
Neben entsprechender Ausrüstung wie Spiegelreflexkamera, einem gutem Teleobjektiv (bei kleinen Tieren ein Makroobjektiv) und eventuell einem Stativ ist vor allem Folgendes gefragt:

2. Gutes Licht für schöne Tierfotos

Das Licht ist das „A und O“ beim Fotografieren, nicht nur in der Tierfotografie. Achten Sie dabei auf weiches Licht, denn wie schon Goethe sagte: „Wo viel Licht, da auch viel Schatten“.
Bei Außenaufnahmen werden im Sommer die besten Ergebnisse früh morgens oder spät abends (kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang) erzielt. Im Frühling und Herbst eignet sich der Vor- und Nachmittag. Im Winter hat man gelegentlich sogar ganztägig gutes Licht.
Entscheidend für eine gelungene Aufnahme von Tierfotos im Freien ist der Stand der Sonne. Im Sommer steht sie tagsüber hoch, heizt die Luft auf, das Licht wird schwammig und grell. Im Winter steht die Sonne auch mittags recht tief und bei klarem Wetter oder Schnee kann man auch um 12 Uhr die besten Tierfotos schießen.
Grundsätzlich gilt: Hartes Sonnenlicht vermeiden, leicht diffuses Licht ist für Tierfotografie immer die erste Wahl, sei es in freier Wildbahn, im Zoo oder bei Aufnahmen im heimischen Garten. Nicht gegen das Licht fotografieren, sondern immer mit dem Licht (Sonne im Rücken). Es ist durchaus von Vorteil bei Zooaufnahmen sich vorher über die Lichtverhältnisse zu informieren, denn ein harter Schlagschatten, der sich quer durch das Gehege zieht ist äußerst störend.

3. Geduld bei Tierfotos

Tierisches Verhalten und Reaktionen sind nicht vorhersehbar und machen die Arbeit des Tierfotografen manchmal nicht gerade einfach. Professionelle Tieraufnahmen erfordern Geduld und Zeit. Haustiere zu fotografieren hört sich leichter an, als es ist – jedenfalls wenn die nötige Geduld und das Einfühlungsvermögen bei der Tierfotografie fehlen. Menschen lassen sich mit Worten und Gesten in eine Fotosituation einführen, doch wie erklärt man einer Katze, in welche Richtung sie nun zu laufen hat, dem Hund, wohin er zu schauen hat, um fotogen zu wirken, damit die gewünschten Aufnahmen gelingen? Hier kommen nun Leckereien und Helfer zur Seite stehen, die diesen Part übernehmen.
Völlig anders sieht es bei der Tierfotografie im Zoo aus. Hier kann man in der Regel nicht einfach ins Gehege steigen und dirigierend eingreifen. Die Tiere sind zwar an den Menschen gewöhnt, das erleichtert zwar manches Tierfoto, aber erschwerend ist die vorhandene Umgebung mit Gittern und Netzen und natürlich weitere Besucher. Hier wie in der freien Natur gilt es, ein recht langes Teleobjektiv (200-300 mm) mit hoher Lichtstärke einzusetzen, unter Umständen sogar, je nach Gehegegröße, mit einem 1,4- oder gar 2-fach-Konverter bestückt, um durch Gitter und Netze „hindurch zu fotografieren“. Ein Stativ ist  natürlich von Vorteil. Die schönsten Tierfotos gelingen am frühen Morgen, weil die Tiere dann aktiver sind. Tage mit vielen Besuchern z.B. am Wochenende unbedingt vermeiden.
Bei Aufnahmen wildlebender Tiere und deren Verhalten in freier Natur sollte der Naturschutzgedanke an erster Stelle stehen. Stets sollte man so umsichtig wie möglich vorgehen, sodass sich die Tiere nicht gestört oder bedrängt fühlen. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen dass z.B. Vögel ihr Gelege verlassen und die Brut aufgeben. Auch sollte ein einschlägiges Fachwissen über die zu fotografierenden Tiere vorhanden sein.
Zu allen Jahreszeiten findet der naturbegeisterte Tierfotograf lohnende Motive, wenn man mit offenen Augen die Natur betrachtet. Diese zumeist schon in unmittelbarer Umgebung. Auf den innerstädtischen Gewässern oder Angelgewässern sind die Wasservögel in der Regel an Menschen gewöhnt, so dass ihre Fluchtdistanz dementsprechend kurz ist. Der Tierfotograf wird für einen „normalen“ Spaziergänger oder Angler  gehalten, so dass gute Tierfotos mit einer Brennweite von 200 mm gelingen können.
Gute Flugbilder lassen sich an den Küstengewässern machen, an denen Möwen ihr Leben nach den Gezeiten einrichten. Kurz über der Wasseroberfläche stehend, fischen sie sich den Fisch aus dem Meer.
Für alle Bereiche, seien es Haustiere, Zootiere oder wildlebende Tiere gilt für die Tierfotografie was auch Angler häufiger erfahren: Es gibt Tage, da beißen (also modeln) sie einfach nicht…

4. Bildgestaltung

Die Herausforderung für den Tierfotografen liegt darin, die besonderen Verhaltensweisen und Merkmale der Tiere fotografisch festzuhalten. Dazu sollte man ein paar Grundregeln beachten:

Motiv nicht von oben oder von hinten fotografieren

Begeben Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem „tierischen Model“, auch wenn Sie einen kleinen Yorkshire Terrier ablichten möchten. Der ideale Standpunkt bei Vögeln ist sogar leicht von unten zu fotografieren. Tierportraits wirken ansprechender, wenn man einen tieferen Standpunkt einnimmt. Aufnahmen, die von oben auf den Hund oder die Katze gemacht werden, sind nie vorteilhaft und sehen ungekonnt aus. Für wirklich gute Fotos muß man flexibel sein und sich nicht scheuen, auch wenn es für Außenstehende komisch aussehen mag, aus der normalen Fotografierhaltung herauszukommen, um neue „Sichtweisen“ zu erlangen. Wer älter ist oder aus anderen Gründen nicht mehr so beweglich, kann sich mit einem Winkelsucher behelfen. Dieser wird auf den Sucher bei Spiegelreflexkameras aufgesteckt und ermöglicht einen guten Winkel von oben aus zu finden.
Natürlich sollte die Pose des Tieres Ihnen zugewandt sein – fotografieren Sie also nicht von hinten, es sei denn es ist als künstlerischer Effekt absolut so gewollt. Achten Sie dabei auf Lichtreflexe im Auge. Augen ohne Lichteinfall wirken „tot“.

Hauptmotiv nicht in der Mitte des Bildes platzieren (Goldener Schnitt) oder formatfüllend ablichten

Konzentrieren Sie sich auf ein Detail. Beim Fotografieren muss man sich nicht immer auf das ganze Motiv fixieren. Ausschnitte sind manchmal sehr viel wirkungsvoller, auch wenn dafür der Hund, die Katze, der Vogel nicht komplett abgelichtet wird. Es kommt auf die Bildaussage an – eine Bewegung oder eine Mimik, die man festhalten möchte.
Auf das Wesentliche konzentrieren und einen günstigen Ausschnitt wählen, das ist die Kunst die man üben kann, um bessere und harmonischer Fotos zu schießen.

Intuitiv arbeiten, Motive auf sich wirken lassen

Versuchen Sie nicht verschiedene Tiere immer auf die gleiche Art und Weise abzulichten. Lassen Sie die Momente und das Tier aus sich Sie wirken. Jeder Hund hat seine Eigenarten, jede Katze hat etwas Besonderes – jedes Tier ist einzigartig.

Freier Platz in Blickrichtung

Achten Sie darauf, dass nichts Ihnen die Sicht versperrt. Nichts Störendes im Vordergrund liegt.

Der Hintergrund sollte ruhig sein

Störende Hintergründe können einem schon mal das Fotografieren verleiden. Auch wenn das Objekt, welches man fotografiert hat, gelungen ist, so stört oder lenkt der Hintergrund ab, das Bild wirkt unruhig.
Dies lässt sich verhindern, wenn man einen engeren Bildausschnitt wählt oder die geringe Tiefenschärfe der Teleobjektive ausnutzt. Äste und Zweige möglichst vermeiden. Integrieren Sie den Lebensraum der Tiere mit in den Hintergrund ein.

Tiere über einen längeren Zeitraum beobachten und überraschende Momente nutzen

Tiere in freier Wildbahn sollten Sie eine längere Zeit beobachten. Nutzen Sie Stimmungen und interessante Momente. Tiere lassen sich nicht wie ein Fotomodell in einer bestimmten Umgebung und Haltung postieren, sie verhalten sich entsprechend ihrer Lebensweise, die der Tierfotograf, der erfolgreich sein will, kennen muss – jeder Tierfotograf sollte ein zoologisch sehr interessierter Mensch sein.

5. Beherrschung der Kamera

Der Besitz einer hochwertigen Fotoausrüstung ist eine Sache, die Beherrschung der technischen Möglichkeiten der Kamera eine andere. Tiere, sei es der Hund im Garten als auch das Känguru im australischen Busch, reagieren oft schnell und unvermittelt. Kaum haben Sie alles korrekt eingestellt und sind aufnahmebereit, lässt Sie der mittlerweile gelangweilte Dackel im Stich und geht eine Runde schnüffeln. Wer jemals versucht hat, seiner Katze eine Tablette zu verabreichen oder seinem Hund die Krallen zu schneiden, weiß wie eigenwillig und ganz und gar nicht kooperativ die lieben Freunde sein können. Wer lange über Blendeneinstellungen,  Gestaltungsfragen oder ISO-Zahlen nachdenken muss, hat in der Regel schon verloren.
Die meisten Kameras sind vollgepackt mit Elektronik und sollen dem Fotografen das Denken und die manuellen Einstellungen abnehmen. Bei einfachen Kameramodellen ist ein Eingreifen in die Programmautomatik kaum noch möglich. Dennoch kann es nicht schaden die wichtigsten Kamerafunktionen zu kennen. Hierzu zählen Brennweite, Blende und Verschlusszeit. Das vollendete Zusammenspiel von Brennweite, Blende und Verschlusszeit führt letztendlich zu einem gelungenen Foto.
Mit Ausnahme von Schildkröten und Faultieren sind die meisten Tierarten blitzschnell in ihren Bewegungsabläufen. Kurze Belichtungszeiten sind somit eine Voraussetzung, um schnelle Bewegungsabläufe bildlich einzufangen. Tiere in Bewegung zu fotografieren ist eines der schwierigeren Gebiete der Tierfotografie. Viele Faktoren von denen nicht alle beeinflussbar sind, treffen hier zusammen: Flexibilität, Vertrauen und Beherrschung der Ausrüstung sowie die Vertrautheit des aufzunehmenden Objekt erleichtern die Arbeit ungemein. Und trotzdem braucht es noch schnelle Reflexe und viel Übung um auch den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.
Bei Aufnahmen mit Wischeffekten, bei Mitziehern etc. sollte man nicht unter 1/20 Sekunde gehen, einfrieren gelingt schon ab einer 1/500 Sekunde. Die Blende ergibt sich aus der Verschlusszeit (z.B. 5,6). Da Auslösen und automatisches Scharfstellen aber auch Zeit in Anspruch nehmen (im ungünstigsten Fall bis zu 1/2000 sek.) kann es passieren, dass das Motiv schon vorbeigeflogen ist und nur der leere, blaue Himmel auf den chip gebannt wird. Ist man sich nicht ganz sicher, und das kann man sich bei dieser Bewegungsaufnahmen nie sein, muss eine schnelle Reihenfolge von Fotos gemacht werden (Serienaufnahmen/Reihenaufnahmen). Dabei sollten 4 Bilder pro Sekunde als unterste Grenze angesehen werden.
Die Schärfe stellt man am besten auf kontinuierlichen Autofokus. Sobald der Auslöser bis zum ersten Druckpunkt gedrückt wird, stellt die Kamera die Schärfe nach, auch wenn sich das Motiv bewegt. Wichtig ist natürlich dabei, dass die Kamera schnell und möglichst verzögerungsfrei auslöst. Wenn Tiere sich besonders schnell bewegen, die Richtung des Tieres aber bekannt ist oder vorgegeben werden kann, kann man die Schärfe manuell auf einen Punkt auf der Richtung des Tieres einstellen. Mithilfe der Serienbildfunktion werden dann mehrere Aufnahmen ausgelöst, sobald sich das Tier dem Punkt nähert.
Soll ein Tierportrait aufgenommen werden, wird die Blende möglichst weit geöffnet, auch hier haben lichtempfindliche Objektive wieder den Vorteil, dass sie eine größere Blendenöffnung haben (z.B. 1,4 oder 1,8). Man wählt die Blende vor und bestimmt dadurch die Tiefenschärfe der Aufnahme, die Verschlusszeit wird automatisch nachgeführt (Zeitautomatik). Wichtig ist, wie bei allen Portraits, dass die Schärfe auf das Auge eingestellt wird. Wenn nun ausgelöst wird, sind die Augen auf dem Foto besonders scharf abgebildet, der Kopf liegt noch im Schärfenbereich, aber der Hintergrund ist unscharf. So wird das Motiv vom Hintergrund „getrennt“.
Eine Möglichkeit auf die richtige Belichtungszeit zu kommen, ist mit der gewählten Einstellung eine „Testaufnahme“ anzufertigen. Die meisten Kameras besitzen die Möglichkeit der Belichtungskorrektur. Machen Sie eine weitere Aufnahme, indem Sie die Korrektur ins Plus oder Minus verschieben, je nach Aussehen der Testaufnahme. Man kann auch bei vielen Kameras auch eine automatische Belichtungsreihe angeben. D.h. die Kamera macht je nach Eingabe mehrere Fotos unter- bzw. überbelichtet in verschiedenen Abstufungen. Zuhause am Rechner werden dann die besten Aufnahmen ausgesucht.
Hier ist der gut beraten, wer mit Belichtungszeiten etwas variiert und probiert.

6. Location

Achten Sie auf die Umgebung wenn Sie Ihren vierbeinigen Liebling ablichten möchten. Raus in die Natur heißt das Motto! Hintergründe wie Häuser, Straßen, Mülltonnen lenken vom Motiv ab und lassen das Bild unruhig erscheinen. Inmitten von Wohngebieten lassen sich nur schwer wirklich schöne Fotos machen.
Der Anblick wie der Hund mit dem Spielzeug auf einer Wiese spielt oder wie er am Strand entlang rast und auf Wellenfang geht sind tolle Augenblicke, die sich lohnen sie festzuhalten. Allerdings gelingen nur selten gut komponierte Fotos, wenn Sie ihre Kamera nicht beherrschen. Stellen Sie alles korrekt ein und seinen Sie aufnahmebereit. Stellen Sie für diese Aufnahmen eine hohe Verschlussgeschwindigkeit bzw. wer sich nicht sicher genug fühlt, den Modus für Sportaufnahmen ein. Machen Sie Serienbildaufnahmen.
Für gelungene Tierporträts in Innenräumen wählen Sie einen Ort, an dem sich Ihr Haustier wohlfühlt und der zugleich eine natürliche Begrenzung darstellt: zum Beispiel einen Korb, das Sofa, einen Kratzbaum oder das Lieblingskissen. Besonders für Katzen ist eine vertraute und gewohnte Umgebung sehr wichtig. Räumen Sie störende Gegenstände aus dem Weg und vermeiden Sie komplexe, überladene Hintergründe. Im günstigsten Fall haben Sie einen Ort mit viel natürlichem Sonnenlicht gewählt, ansonsten müssen Sie vorher über die Ausleuchtung nachdenken. Am besten machen Sie Probeaufnahmen mit einem Stofftier, um Belichtung und Scharfstellung zu kontrollieren.
Zu guter Letzt gehören Glück, Ausdauer und Geduld zum gelungenen Foto und zum Wesen jedes Tierfotografens.

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