Polarisationsfilter

Wer über eine hochwertige Spiegelreflexkamera verfügt, wird auf einen Polfilter (Polarisationsfilter) kaum verzichten wollen. Denn mit ihm gelingen spektakuläre Aufnahmen – zum Beispiel können Lichtreflexe ausgeschaltet und Farben satter wiedergeben werden.

Die Haupteigenschaften der Polarisationsfilter:

1. Polarisiationsfilter (oder kurz Polfilter genannt) beseitigen störende Lichtreflexe.
2. Polfilter erhöhen die Farbsättigung.
3. Polfilter verstärken den Kontrast.

Polfilter erfüllen in der Fotografie also gleich drei wichtige Aufgaben, was auch die Beliebtheit der Polfilter erklärt.

Die Wirkung des Polfilters ist abhängig vom Aufnahmewinkel zur reflektierenden Oberfläche. Deshalb verfügen Polfilter über ein Drehgewinde. Wenn man bei der Spiegelreflexkamera durch den Sucher schaut sieht man, wie durch Drehen der vorderen Filterhälfte sich das Bild verändert, wie Reflexe verschwinden und Farben satter werden.
Natürlich ist der zu erzielende Effekt höchst unterschiedlich und abhängig vom Motiv und den Lichtverhältnissen. In vielen Fällen ist die Verbesserung minimal und das Polfilter deshalb überflüssig.

Ist das Polfilter ein Universalfilter?
Viele Kunden benutzen das Polfilter als ständigen Objektivvorsatz. Sie nehmen in Kauf, dass dadurch Lichtverluste auftreten und bei vielen Motiven Polfilter nichts bringen. Sie stellen das Polfilter nur dann richtig ein, wenn die Zeit es erlaubt und sie sich eine deutliche Bildverbesserung versprechen. Das Polfilter bleibt bei diesen Leuten also ständig vorm Objektiv und wird nur bei Bedarf durch exakte Drehung in Funktion gebracht.

Normalerweise wird das Polfilter gezielt eingesetzt.
Üblich ist jedoch ein UV- oder Clearfilter als ständiger Objektivschutz. Scheint einem in bestimmten Aufnahmesituation der Einsatz eines Polfilters sinnvoll (Ausschaltung von störenden Reflexen, bessere Farbsättigung), schraubt man das UV- oder Clearfilter ab und ersetzt es vorübergehend durch das Polfilter.
Natürlich muss man das UV-Filter für den Einsatz des Polfilters nicht unbedingt abnehmen. Aber wenn man das Polfilter einfach über das UV-Filter schraubt, verdoppelt sich leider die Filterhöhe und es kommt bei starken Weitwinkelaufnahmen zu Abschattungen an den Ecken.

Wie funktioniert eigentlich ein Polfilter?
Physikalisch lässt sich die Wirkungsweise des Polfilters schnell erklären.
Im Gegensatz zu einem Farbfilter absorbiert das Polfilter nicht Lichtwellenlängen (Lichtfarben), sondern Lichtschwingungsrichtungen. Das Polffilter ist also nur für bestimmte Schwingungsrichtungen durchlässig. Das reflektierende Licht nichtmetallischer Oberflächen wird dadurch unterdrückt .

Wie funktioniert ein Polfilter?
Wird Licht an einer Fläche reflektiert, kommt es zu einer Polarisation des Reflexlichtes. Entscheidend für den Grad der Polarisation ist der Einfallswinkel des Lichtes in Abhängigkeit der Materialeigenschaften.
Eine spiegelnde Wasseroberfläche wirkt unter 37°, Glas unter 32° maximal polarisierend. Ebenfalls polarisierend wirken Holz, Gräser, Kunststoffe und Lacke. Lediglich unbehandelte Metalloberflächen reflektieren ungerichtet und somit unpolarisiert.

Mit Hilfe eines richtig orientierten Polfilters können diese Reflexe im Idealfall vollständig unterdruckt werden. Idealfall bedeutet hier, daß Beleuchtungs- und Aufnahmewinkel annähernd gleich sind und dem Winkel maximaler Polarisation, üblicherweise 30°- 40°, entsprechen.

Die Wirkung der B+W Polfilter kann durch Drehen unter Beobachtung eingestellt werden. Die in der Landschaftsfotografie so gerne gesehene Verstärkung der Wolkenzeichnung mittels Polfilter nutzt die Gegebenheit, da das Himmelsblau weit stärker polarisiert ist als das von den Wolken gestreute Licht.

Woran erkenne ich einen guten Polfilter?
Polfilter gibt es zu unterschiedlichsten Preisen. Woran erkenne ich nun die Qualität eines Filters? Sind die Preisunterschiede gerechtfertigt?

1. Die Wirkung der Polfilter unterscheidet sich kaum, alle uns bekannten Filter erfüllen ihre Aufgabe (stärkere Farbsättigung, Vermeidung bzw. Verminderung nichtmetallischer Reflexe).

2. Das wichtigste Kriterium eines Polfilters ist seine Schärfeleistung. Die lässt sich nur durch aufwendige Tests messen. Hier gibt es tatsächlich große Unterschiede zwischen den Anbietern. B+W und Heliopan haben bei den bekannten bisherigen Tests neutraler Fotozeitschriften immer hervorragend abgeschnitten.

3. Die Farbneutraliät: Die ist für den Berufsfotografen besonders wichtig. Polfilter sollen die Farben zwar intensivieren (indem sie Reflexionen abmildern), aber nicht die Farbtöne verändern. Hier zeichnen sich Käsemann-Polfilter besonders aus.

4. Die Vergütung: Vor einigen Jahrzehnten vertraten viele Experten noch die Ansicht, dass eine Vergütung der Glasflächen bei Polfiltern keinen Sinn mache. Inzwischen haben Tests das Gegenteil bewiesen.
Eine Mehrschichtenvergütung verhindert zusätzlich Reflexionen und steigert die Bildqualität. Für den normalen Amateur spielt dieses Kriterium aber eine meist untergeordnete Rolle (Unterschiede bei den Bildergebnissen sind mit bloßem Auge kaum sichtbar).

5. Die mechanische Qualität. Hier gibt es in der Tat deutliche Unterschiede. Oft wird beim Glas gespart, bei der Fassung oder ganz einfach bei der Verarbeitung. Käsemann-Polfilter sind in der Verarbeitung aufwendiger und haltbarer.

6. Lichtdurchlässigkeit. Der neueste Schrei sind Filter mit etwas höherer Lichtdurchlässigkeit, obwohl diese bei den meisten Aufnahmesituationen keinerlei Rolle spielt (was bedeutet bei gutem Wetter schon eine Blende Lichtgewinn?).

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